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Auszüge aus verschiedenen Gutachten

über verdorbene Pilze

 

Auszug aus einem Krankenhausgutachten (2003)

Sehr geehrte Frau Dr

Für den Auftrag der mir zur Begutachtung zugesandten Pilze im Fall ………… bedanke ich mich.

Am 15.09.2003 um 6 Uhr 45 meldeten Sie mir telefonisch, dass die 22 jährige Frau  .......... Pilze am 14.09.2003 um 18 Uhr  gegessen hatten und baten mich um Art- und evtl. Vergiftungsgefahrfeststellung. Vergiftungssymptome waren zu dieser Zeit vorhanden (Schwindel, Völlegefühl, Schweißausbrüche, Fieber, Bauchkolik, Gesichtsröte, Hitzegefühl, Kreislaufbeschwerden und Schüttelfrost).

Ergebnisse der Untersuchungen:

1. Makroskopische Untersuchung der Pilze:

……………………….. Die Pilze wurden von mir eingehend untersucht und in die Familie der Agaricaceae eingeordnet. Schon makroskopisch fiel mir auf, dass die Pilze überlagert und verdorben waren (in der Eiweißzersetzung standen). Die Lamellen waren schon fast schwarz und schmierig, das Hutfleisch nicht mehr fest, sondern weich und nachgebend. Die Pilzessensreste waren nicht makroskopisch einzuordnen.

Die Sporenfarbe war braun so wie sie bei der Gattung Agaricus vorkommt.

2.  Mikroskopische Untersuchung der Pilze:

Die Sporenmgröße lagen zwischen 8 und 9 bis 4,8 und 6 µ.

Die Pilze sowie die Pilzessensreste wurden umfangreich untersucht, dadurch ist eine eindeutige  Artfeststellung möglich gewesen.

3: Bewertung, Ergebnis:

Beide Personen hatten, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein, gut durchgegarte, aber verdorbene Pilze gegessen. Durch die mikroskopische Untersuchung konnten die Pilze als Agaricus bisporus eindeutig festgestellt werden. Agaricus bisporus gilt als nicht giftig und als guter Markt- bzw. Zuchtpilz. Da die Pilze schon in der fortgeschrittenen Eiweißzersetzung waren, gehe ich davon aus, da  die Patienten keine anderen als die von mir festgestellte Pilzart aßen, dass es sich um eine unechte Pilzvergiftung (Eiweißvergiftung / Lebensmittelvergiftung) handelt. Dieses teilte ich Ihnen als Zwischenergebnis, am 15.09.2003 um 9 Uhr 30 mit.

Unechte Pilzvergiftung:

Als unechte Pilzvergiftungen werden die krankhaften Symptome (Vergiftungserscheinungen) bezeichnet, die durch essbare Pilze ausgelöst werden. Der Begriff „Unechte Pilzvergiftung“ beinhaltet keine Wertung oder gar Gefährlichkeit des jeweiligen Vergiftungsfalls. Auch unechte Pilzvergiftungen können einen tödlichen Ausgang haben und dürfen in keinem Fall verharmlost werden. Unechte Pilzvergiftungen entstehen z.B. durch übermäßigen Genuss von Pilzen, verdorbenen oder mit Schimmel befallenen Pilzen, Unverträglichkeit, Pilzeiweißallergien, roh gegessenen Pilzen usw.

Eiweißvergiftung: Vergiftungserscheinungen durch Genuss von Eiweiß und eiweißhaltigen Nahrungsmitteln, die auf die in dem verdorbenen Ptomaine (Leichenbasen, = Leichengifte) zurückzuführen sind. (Basische Stoffe,  die in Leichenteilen, Fäulnis  (Eiweißzersetzung) bilden. Bei falsche- und / oder Überlagerung kommt es zu einer beschleunigten Pilzeiweißzersetzung.

        Mit freundlichen Grüßen

                  Georg Müller

     Pilzsachverständiger der DGfM

 

 

Gutachten (für eine Behörde 1995)

Auszug

 Sehr geehrter Herr ...........

Für den Auftrag zur makroskopischen Begutachtung der auf dem Markt in ………….. am ………….sichergestellten Pilze bedanke ich mich.

Vier Kisten mit unterschiedlichen Pilzarten und Alter habe ich von Ihnen bzw. der Polizei der Stadt ............... erhalten. Zu folgendem Ergebnis bin ich gekommen:

99,6 % der Pilzarten die für den Verkauf bestimmt waren, sind aufgrund ihres Zustandes nicht mehr eßbar bzw. verkehrsfähig gewesen. Eine unmittelbare und erhebliche Vergiftungsgefahr, bei Genuß dieser Pilze bestand. Es ist davon auszugehen, daß diese Pilze bei Genuß, eine Lebensmittelvergiftung, die sogenannte "unechte Pilzvergiftung", mit großer Wahrscheinlichkeit ausgelöst hätten. Für den Betroffenen hätte dieses ernsthafte gesundheitliche Folgen gehabt. "Der Begriff "unechte Pilzvergiftung" beinhaltet keine Wertung oder gar Aussage über die Gefährlichkeit des jeweiligen Vergiftungsfalles, sondern gibt lediglich einen Hinweis auf dessen Ursache. Auch unechte Pilzvergiftungen können einen tödlichen Ausgang haben und dürfen, schon wegen der Häufigkeit ihres Auftretens, unter keinen Umständen verharmlost werden.

Diese Art der Lebensmittelvergiftung wird z.B. durch verdorbene wie die hier z. B. vorgefundenen Pilze und roh gegessenen Pilzen hervorgerufen. "

Die von mir begutachteten Pilze waren fast alle verdorben, zum Teil von Maden befallen, weich, matschig, schwammig und ekelerregend (siehe Tabellen). Ein nicht unbeträchtlicher Teil war mit Schimmelpilzen befallen und mehr oder weniger je nach Alter und Lagerungszeit) matschig sowie in der Zersetzung, wobei ein großer Teil, ca. 80 % schon als stark zersetzt zu bezeichnen ist. Die Druckproben bei allen Röhrenpilzen ergaben, daß nur ein einziger bei Druck zurückfederte. Alle anderen federten aufgrund der schon starken Schwammig- und Matschigkeit, nicht mehr oder kaum zurück. Die für zersetze Röhrlinge bzw. alterstypischen Verfärbungen der Röhren und des Fleisches lassen ebenfalls Rückschlüsse auf den Zustand der Pilze zu. Bei Suillus bovinus sind die Röhren im jungen und nicht zersetzten Zustand gelboliv. Im zersetzen jungen Zustand bekommen diese einen deutlichen Grauschleier die Farbe kann sogar bis olivbraun reichen, wie die Röhren alter Fruchtkörper. Bei zersetzten, nicht mehr jungen Fruchtkörpern geht die Farbe bis in ein dunkelolivbraun. Die beschriebenen Farbvariation waren bei allen Fruchtkörpern dieser Art, je nach Alter und Zersetzungszustand, vorhanden.

Die Russula Arten und ein großer Teil der Amanita rubescens Arten sind verwurmt.

Die Russula Arten und die Cantharellus Arten weisen aufgrund ihrer Konsistenz keine Schwammigkeit auf und ein nur geringer Teil ist matschig. Deutlich sind beide Gattungen, wie die anderen Gattungen auch, überlagert. Dieses zeigt sich bei den Cantharellus durch starkes bräunen, eintrocknen aber auch durch Matschigkeit einiger Fruchtkörper. Ebenfalls weicht die Leisten- und sonstige Habitusfarbe kräftig von der von  frischen und nicht überlagerten Cantharellus ab.

Bei den von mir begutachteten Pilzen habe ich ebenfalls festgestellt, daß die Pilze verschiedener Lagerzeiten und Altersklassen miteinander vermischt wurden. Teilweise war der Schimmel über mehrere Pilze ununterbrochen vorhanden, was ebenfalls auf eine überlange Lagerung weist. Die Lager und Schnittzeit der Pilze lag bei den besonders stark zersetzten Pilzen bei über eine Woche, dieses trifft auch für Cantharellus zu.

Aufgrund des Zustandes der Pilze, die sonst gekocht als eßbar gelten, ist davon auszugehen, daß die meisten durch toxische Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen (Schimmel usw.) und anderseits durch Giftstoffe, die bei der Eiweißzersetzung entstehen, giftig sind.

Außer Boletus edulis und Xerocomus badius sind alle sonstigen Pilze zudem roh als giftig einzustufen. Diese Pilze rufen bei rohem Genuß Magenkoliken, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen sowie Durchfall hervor. Auch ist nicht auszuschließen, dass eine Hämolyse ausgelöst werden kann.

Die erhaltenen Kisten sind von mir mit den Buchstaben A, B, C, D; gekennzeichnet worden. Der Inhalt jeder dieser Kisten wurde von mir makroskopisch begutachtet. Im einzelnem wie folgt:

1. Kiste A. 157 Pilzfruchtkörper bzw. Teilstücke von Pilzfruchtkörpern sind insgesamt in dieser Kiste vorhanden gewesen. Sie gliedern sich in 6 Arten auf, 155 zeigten Zersetzungserscheinungen.

2. Kiste B. 93 Pilzfruchtkörper bzw. Teilstücke von Pilzfruchtkörpern sind insgesamt in dieserKiste vorhanden gewesen. Sie gliedern sich in 3 Arten auf und zeigten alle starke Zersetzungserscheinungen.

3. Kiste C. 118 Pilzfruchtkörper bzw. Teilstücke von Pilzfruchtkörpern sind insgesamt in dieser Kiste vorhanden gewesen. Sie gliedern sich in 8 Arten auf. Die Röhrenpilze und die Amanita rubescens zeigten alle starke Zerfallserscheinungen. Jeweils 19 % waren stark mit Schimmelpilzen und von Maden befallen. Alle Röhrenpilze sowie einige Amanita rubescens waren stark schwammig und matschig.

4. Kiste D. 187 Pilzfruchtkörper bzw. Teilstücke von Pilzfruchtkörpern sind insgesamt in dieser Kiste vorhanden gewesen. Sie gliedern sich in 5 Arten auf und zeigten alle Zerfallserscheinungen wie Schimmel, Matschigkeit usw.

555 Pilzfruchtkörper bzw. Teile davon wurden von mir begutachtet, davon waren nur 2 Fruchtkörper für den Verzehr geeignet, alle anderen sind aufgrund ihres Zustandes ungenießbar gewesen bzw. ging eine erhebliche Vergiftungsgefahr und damit Gefahr für Leib und Leben aus.

Anzumerken ist, dass die Gattungen Leccinum, Boletus, und Cantharellus in der Bundesartenschutzverordnung verzeichnet sind. Ebenfalls mache ich  auf den § 35 Absatz 3 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes aufmerksam.

Mit freundlichen Grüßen

Georg Müller
Pilzsachverständiger der DGfM

 

 

Gutachten für eine Verbraucherzentrale

Auszug

Sehr geehrte Frau .............

 

für den Auftrag zur Begutachtung von 14 Proben Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) bedanke ich mich.

Am 29.08.2003 um 13 Uhr 20 habe ich die Proben erhalten. Meine Begutachtung vom gleichen Tag hat zu folgendem Ergebnis geführt:

Keine der 14 Proben waren ohne Mängel!

30% der Pilze waren in solch einem schlechten Zustand, dass sie in keinem Fall mehr verkehrsfähig oder essbar waren. Sie waren entweder matschig, angefault, verfault oder mit Schimmel besetzt. Zum Teil waren sie ekelerregend und ein übler Geruch ging von den verdorbenen Pilzen aus.

Eine Vergiftungsgefahr, bei Genuss dieser Pilze war nicht auszuschließen. Bei Verzehr der verdorbenen Pilze  bestand die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung, die sogenannte "unechte Pilzvergiftung".

Der Begriff “unechte Pilzvergiftung" beinhaltet keine Wertung oder gar Aussage über die Gefährlichkeit des jeweiligen Vergiftungsfalles, sondern gibt lediglich einen Hinweis auf dessen Ursache.

Diese Art der Lebensmittelvergiftung wird z.B. durch verdorbene, verschimmelte  wie die hier z. B. vorgefundenen und roh gegessenen Pilzen hervorgerufen.

Die beanstandeten Proben  waren deutlich überlagert, nach meiner Schätzung betrug die Lagerungszeit, je nach Probe, ca. 14 Tage.

Aufgrund des Zustandes der Pilze, die sonst gegart als gut essbar gelten, ist davon auszugehen, dass die beanstandeten Pilze meisten durch toxische Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen (Schimmel usw.) und anderseits durch Giftstoffe, die bei der Eiweißzersetzung (Fäulnis) entstehen, als giftig oder ungenießbar einzustufen sind.

Bei zwei Proben wurde als Herkunftsland Deutschland angegeben. Aufgrund der Bundesartenschutzverordnung ist der Verkauf von Pfifferlingen, die aus Deutschland stammen, verboten und strafbar.

Die beigefügte Auswertungstabelle gibt einen Überblick über die beanstandeten Proben. In der Tabelle sind nicht die matschigen oder stark bröseligen Pilze separat aufgeführt.

Hervorzuheben ist, dass die „geprüften“ Pilze der Firma……., trotz 1% Beanstandung  den weitaus besten und frischesten Eindruck machten. Aber auch die Pilze von ………… hatten nur geringe Mängel diese betrugen 5%.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung

Mit freundlichen Grüßen

Georg Müller

Anlage: Pilzauswertungstabelle