© Georg   Müller
       Ganderkesee

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            Hedges / Hedged banks / Woven hedges / Field walls (dry stone walls)/ Fences / Mushrooms / Small waters /  low german

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Bedeutung der Wallhecken für die Landwirtschaft und Landschaft

  1. Wallhecken dienen als natürliche Einfriedung von Grundstücken wie z.B. Acker und Weide für die Vieh- und Wildabweisung.
  2. Sie speichern das Regenwasser besser als das meist humus- und porenärmere Kulturland und verringern die Bodenverdunstung (Evaporation), das verkürzt Trockenphasen, verlängert die Beweidungen.
  3. Wallhecken erhöhen auf trockenen Sandlagen die Taubildung und Nebelfixierung in der Nacht, erhöhen damit also das Wasserangebot für Kulturpflanzen.
  4. Sie schützen vor Wind und Sturm auf einer Strecke bis zu etwa dem 13- bis 15fachen der Heckenhöhe (Beispiel 65 bis 100 Meter bei 5 bis 7 Metern Höhe), was stark windgefährdeten Blättern, wie denen der Hack­früchte zugute kommt. Umgeben von Hecken ist das Vieh Wetterunbilden in geringerem Umfang ausgesetzt, da keine Extrembedingungen vorherrschen (äußerlich abzulesen am glatten Haar).
  5. Sie gleichen Temperaturschwankungen im Frühjahr und Herbst durch eine kontinuierliche Verdunstungslei­stung (Transpiration) aus. Frostschäden durch extreme Winter sind seltener, die Auswinterung der Saat hier weniger häufig ("Gewächshausklima"). Damit vergilben die Blätter später, Zuckerverbindungen wie Glukose werden über einen längeren Zeitraum produziert.
  6. Sie verhindern Erosionen, Rutschungen, Lehmauswaschung und Humusabtrag. insbe­sondere als Querriegel am Rande abschüssiger Flächen.
  7. Sie verbessern die Wuchsbedingungen von Kulturpflanzen im Windschatten (LEE) durch Winddämpfung, geringere mechanische Beanspruchung und durch den Erhalt von Boden-Kohlensäure.
  8. Sie gewährleisten längere lichtabhängige Aktivitäten der grünen Blätter in angrenzenden Kulturen, was den Glukoseaufbau durch Fotosynthese begünstigt. Es ergeben sich bessere Entwicklungsmöglichkeiten der Stengel- und Blattstrukturen in windberuhigter Umgebung. Die Produktivität (Ertragsbildung) kann günstigen falls bis 50% über dem Ergebnis heckenfreien Agrarlandes liegen.
  9. Sie bilden ein großes Reservoir humusaufbauender Arten der bodenlebenden Kleintierwelt (Mesofauna), die die Feldflur regelmäßig aufsuchen oder wiederbesiedeln.
  10. Sie beherbergen wichtige Glieder der biologischen Schädlingsbekämpfung .z.B. gegen Mäuse, Tipula.
  11. Sie sind Fanggebüsche für Schadinsekten, denen hier Feinde häufiger nachjagen.
  12. Sie bilden wichtige Nahrungsquellen für Bienen und nektarbedürftige Insekten, vor allem auch in mageren Übergangsperioden außerhalb der Hauptblütezeiten (mit Früh- und Spätblühern).
  13. Sie sind oftmals letzte Refugien für bestandsbedrohte Arten der Krautschicht, die auch als Futterpflanzen die Entwicklungsgrundlage für Tiere sein können, die Schadorga­nismen der Äcker jagen.
  14. Sie halten Winterfutter für Vögel, Säuger und Insekten vor (Heckenfrüchte wie Hagebutte, Schlehe, Vogelbeere,).
  15. Sie bilden das Rückzugsgebiet für Tiere bei Störungen durch die Feldbestellung, wirken als Fluchtburgen für verfolgte Beutetiere.
  16. Sie geben Deckung gegen Feinde (Rebhuhn/Greifvögel), Immissionsschutz gegen Pestizide und Schutz gegen das Überfahren durch landwirtschaftliche Maschinen (Druck-, Schnitt- und Quetschschäden).
  17. Sie fangen windverwehte Wildkrautsamen aus der Luft ab und verhindern somit größere unerwünschte Ansiedlungen auf Kulturflächen, verstärkt durch Wurzelkonkurrenz der auf dem Wall stehenden Gehölze und durch Beschattung.
  18. Sie verringern negative Immissionen am anderen Ort aus Staub (bewirkt eine Chloroplastenverdunkelung), Reifenabrieb, Absorption von giftigen Schadgasen (Stomatalähmung und vorzeitige Vergilbung, Aufnahme von Stoffwechselgiften wie Blei etc.).
  19. Sie prägen das Landschaftsbild und beeinflussen die Aktivitäten und Erholung des Menschen.
  20. Sie sind auch heute noch de facto unverrückbare geschützte Grenzzeichen.
  21. Sie sind Heimat für bis zu ca. 7000 Tierarten in ungestörten Wallheckensystemen.
  22. Sie sind Heimat für bis zu ca. 1800 Tierarten auf einzelnen Wallhecken.
  23. Etwa 1000 Pflanzen- und ebenso viele Pilzarten sind  auf Wallhecken vorhanden.

 Angesichts der gehölzverarmten Kulturlandschaft im nordwestdeutschen Tiefland (Waldanteil in Weser-Ems etwa 8 Prozent bei einem Bundesmittel von 30% ) ist der Erhalt von Wallhecken unbedingt erforderlich.

© : Georg Müller      E-Mail: info@wallhecke.de
Weiterführende Literatur: "
Wallhecken" Georg Müller, 1989 BSH Verlag, / "Wallhecken / Knicks' Georg Müller, Neuerscheinung 2007/8