© Georg   Müller
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Wallheckenpflege, Instandsetzung, Zaunneusetzung, Baumentnahme, Neu- bzw. Lückenbepflanzung

Stadium A.

Die Wallhecke ist vollständig erhalten und sehr gut gepflegt. Der Bewuchs hat einen hohen Strauchanteil (Niederhecke). Der Bewuchs ist nicht lückig, sondern bildet einen geschlossenen, eventuell auch stufigen Mantel. Wird eine Wallhecke neu angelegt, kann der Bewuchs noch lückig und niedrig sein. Die Wallhecke hat eine durchgehende Mindesthöhe von mindestens noch 70 cm sowie eine Kronenbreite von 1 bis 2 Metern und eine Fußbreite von 2 bis 3 Metern. Der Zaun steht vom Wallheckenfuß mindestens 1,5m entfernt. Eine Wallausbesserung, Baumentnahme oder Zaunneusetzung ist nicht erforderlich. Im gleichmäßigen Rhythmus gepflegte Wallhecke. Ausgezeichneter Pflegezustand, alle 10 bis 20 Meter steht ein Uberhälter. Das Buschwerk hat eine Höhe bis um 3 Meter. Die Landschaft sieht strukturreich und ansprechend aus.

Folgende Pflegevorschläge können durchgeführt werden:

Das Strauchwerk alle 8 bis 10 Jahre im 30‑ Meter‑ Abstand abwechselnd auf den Stock zurückschneiden (60 bis 90 cm Höhe). Diese Methode der Abschnittsweisen Totalrodung kann aber einschneidende negative Folgen, wegen der schlagartigen Veränderung des Vegetations‑, Beschattungs- und Feuchtzustandes, für Fauna und Flora haben.

Eine bessere und den heutigen Erkenntnissen entsprechender Methode ist sicherlich das Knicken oder die Sträucher einzeln auszuschneiden, wobei nur maximal die Hälfte der Stämme und Äste entfernt wird, (einzelstammliche Entnahme). Der andere Teil folgt erst, nachdem sich an den Schnittstellen neue Triebe gebildet haben, 8 bis 10 Jahre später. Hier spielt sich ein Pflegerhythmus ein, der auch im Sinne der Ökologie und Arbeitszeit akzeptabel ist. Diese Pflege sollte vorgeschrieben werden. Bäume sind hier als landschaftsprägende Elemente nicht herauszunehmen. Ein Ausasten, außer für ein notwendiges Wegeprofil, ist nicht erforderlich. Die Strauchschicht sollte nicht unter 3 m Breite zurückgeschnitten werden. 

Stadium B.

Die Wallhecke ist vollständig erhalten und gut gepflegt Sie weist jedoch zum Teil Schädigungen auf. Der Bewuchs kann schon den Charakter einer Baumhecke haben mit allerdings noch gutem Strauchanteil (Niederhecke), wobei die Hochhecken jedoch im Gegensatz zu (A) mehr vertreten sind. Die Wallhöhe ist ähnlich der mit (A) gekennzeichneten aber schon ein wenig niedriger (eingefallen). Die Fuß­ und Kronenbreiten sind fast gleich.

Der Zaun steht am Wallheckenfuß dadurch kommt es zu Anweidungen. Der Zaun muß auf mindestens 1,5m Entfernung vom Wallheckenfuß neu gesetzt werden. Eine Baumentnahme ist noch nicht nötig. Ein Pflege wie unter (A) beschrieben ist erforderlich. Ein Ausasten, außer für ein notwendiges Wegeprofil, ist nicht erforderlich. 

Stadium C.

Die Wallhecke ist deutlich degradiert und unebenmäßig. Die Wallhöhe liegt im Schnitt bei 0,5 bis 1 Metern und variiert. Der Zaun steht auf dem Wall dadurch kommt es zu Überweidungen. Der Zaun muß wie in (B) beschrieben neu gesetzt werden. Eine Wallausbesserung ist erforderlich. Es wird Erde auf die lückigen Stellen eingebracht evtl. wird auch falls erforderlich die Wallhöhe erhöht. Der Bewuchs ist kaum oder mäßig gepflegt und hat einen nur geringen Anteil an Nieder‑ und Hochhecken. Die Baumhecke ist vorherrschend. Die mit einem Kreuz gekennzeichneten Bäume sollten nach und nach entfernt werden Das Strauchwerk, wie bei (A) beschrieben, schneiden und periodisch genauso pflegen. Einige Sträucher müssen, in den schon entstandenen Lücken, nachgepflanzt werden. Ein Ausasten, außer für ein notwendiges Wegeprofil, ist nicht erforderlich.

 Stadium D.

Die Wallhecke ist deutlich unvollständig mit spätem Umtrieb und ab und zu unterbrochen. Der Bewuchs ist schon lückig und bruchstückhaft. Die Baumhecken sind vorherrschend, es gibt kaum noch Niederhecken. Die Wallhöhe ist nicht mehr gleichbleibend und liegt in dem Bereich um 50 bis 70 cm. Die Kronenbreite liegt hauptsächlich bei 0,5 bis 1 Meter. Der Zaun steht meistens schon hinter dem Wall, es kommt zu Überweidungen. Der Zaun muß wie in (B) beschrieben neu gesetzt werden. Eine Wallausbesserung ist erforderlich, es wird Erde auf die lückigen Stellen eingebracht und die Wallhöhe erhöht. Vorhandene Bäume und älteres Strauchwerk ist von der Bodenaufschüttung freizuhalten. Der Bewuchs ist nicht gepflegt und es herrscht die Baumhecke ohne bzw. kaum Strauchanteil vor. Die mit einem Kreuz gekennzeichneten Bäume sollten nach und nach entfernt werden. Sträucher müssen, in den schon entstandenen Lücken, nachgepflanzt werden.

 Stadium E.

Die Wallhecke ist z.B. infolge Tritterosion in der Regel nicht mehr vollständig erhalten, sehr oft nur bruchstückhaft und nicht mehr oder nicht nennenswert gepflegt. Der Bewuchs ist lückig, Baumhecken und Baumreihen sind vorherrschend, sehr häufig sind stärkere nachteilige Eingriffe erfolgt. Der Wall ist schwer geschädigt, die Wallhöhe ist recht unterschiedlich und liegt in dem Bereich zwischen 30 bis 70 cm. Die Kronenbreite liegt häufig bei 0,5 bis 1 Meter, die Fußbreite fast gleichmäßig zwischen 0,5 und 3 Metern. Der Zaun steht hinter dem Wall oder ist nicht mehr vorhanden, es kommt zu Oberweidungen. Der Zaun muß wie in (B) beschrieben neu gesetzt werden. Eine Wallausbesserung ist erforderlich, es wird Erde auf die lückigen Stellen eingebracht und die Wallhöhe erhöht. Vorhandene Bäume und älteres Strauchwerk ist von der Bodenaufschüttung freizuhalten Sträucher und gegebenenfalls Bäume müssen, in den schon entstandenen Lücken, nachgepflanzt werden. Eine Baumentnahme ist hier aus Natur- und Landschaftsschutzgründen nicht erforderlich. Ein Ausasten, außer für ein notwendiges Wegeprofil, ist nicht erforderlich.

 Stadium F.

Die Wallhecke ist nicht mehr vollständig erhalten und häufig hier oder unter Geländehöhe durchbrochen, deshalb stark wellig. Auch der Bewuchs ist, soweit noch vorhanden, stark heruntergetreten, bruchstückhaft und lückig. Baumhecken‑Fragmente sind vorherrschend. Falls überhaupt, kommen aufgerissene Baumreihen und Einzelbäume sowie einzelne Sträucher vor, die oft starke Erosions- ‑ und Fraßschäden aufweisen. Der Wall ist meistens vollständig degradiert und heruntergeweidet Die Wallhöhe ist in der einzelnen Wallhecke schon stark variabel bis ebenerdig und liegt um 0 - 0,7 Meter. Die Fußbreite liegt häufig bei 1,5 bis 3 Meter, die Kronenbreite bei 0,5 bis 2,0 Metern. Der Zaun steht hinter dem Wall oder ist nicht mehr vorhanden, es kommt zu Oberweidungen. Der Zaun muß wie in (B) beschrieben neu gesetzt werden. Umfangreiche Wallausbesserungen müssen vorgenommen werde, es wird Erde auf die lückigen Stellen eingebracht und die Wallhöhe erhöht. Vorhandene Bäume und älteres Strauchwerk ist von der Bodenaufschüttung freizuhalten Der Wall muß evtl.. auf die Maße von Wall (A) neu profiliert werden. Hier sollten mindestens alle 20 Meter ein Baum sowie Sträucher über die gesamte Länge nachgepflanzt werden, anschließend ist im 8 bis 10‑jährigen Rhythmus, wie in (A) beschrieben, zu pflegen. . Eine Baumentnahme und Ausastung ist aus Natur‑ und Landschaftsschutzgründen nicht erforderlich noch gestattet.

© : Georg Müller      E-Mail: info@wallhecke.de
Weiterführende Literatur: "Wallhecken" Georg Müller, 1989 BSH Verlag, / "Wallhecken / Knicks' Georg Müller, Neuerscheinung 2002/3