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Projekt der Realschule Theley / Saarland

 folgende Zeilen erreichten mich im November 2003.

Lieber Herr Müller,
ich habe in den vergangenen Wochen - auch gemäß Ihrer Anleitungen - mit einer Klasse 10 auf dem Schulhof der Erweiterten Realschule Theley (im Saarland) zwei Wallhecken angelegt. Die Arbeiten wurden ausführlich schriftlich und fotografisch dokumentiert - anbei einige Auszüge................................................................

Freundliche Grüße!
Karl-Heinz Kunz
Realschullehrer

            Die Wallhecke

 Das Projekt Wallhecke innerhalb der Aktion AGENDA 21-KlasseSchule dient dazu natürliche Ressourcen so zu nutzen, dass wir von den Zinsen der Natur leben können und ihr Kapital schonen.

 

  • Die Wallhecke bietet allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule Spiel- und Ruhemöglichkeiten.
  • Sie ist Lernort und dient dem Lärmschutz.
  • Sie ist neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere und trägt zur Minderung des Treibhauseffektes bei.

 

Die Wallhecke wurde im Jahre 2003 gestaltet von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a.

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Leitgedanken zur AGENDA21

Was ist eigentlich die „Agenda 21“? 

(Weltweite -globale- Aspekte)
Im Juni 1992 fand in Rio de Janeiro die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung statt. Als Ergebnis dieser Konferenz unterzeichneten über 170 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, als Kernstück ein weltweites Aktionsprogramm - die Agenda 21. Die Agenda stellt den Konsens dar, zu dem sich die Staaten bekannt haben und ist ein Plan für eine weltweite Partnerschaft, die darauf abzielt, die zweifachen Herausforderungen einer qualitativ intakten Umwelt und einer gesunden Wirtschaft für alle Menschen der Erde miteinander in Einklang zu bringen.

In diesem verpflichten sie sich, ein weitreichendes Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert aufzustellen, um die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu sichern. In den 40 Kapiteln der Agenda 21 werden alle Lebensbereiche einbezogen. Themen zur Bevölkerungspolitik, Bekämpfung der Armut und Aktionspläne zur Stärkung von Frauen, Kindern und Jugendlichen sind ebenso enthalten wie Zielvorstellungen zur Wirtschaftsförderung, zur Siedlungsentwicklung und Erhalt der biologischen Vielfalt.

Insbesondere die Menschen in den Industrieländern haben durch ihren übermäßigen Verbrauch an Energie und fossilen Brennstoffen und ihr z.T. unkontrolliertes Konsumverhalten eine besonders große Verantwortung zur Umsetzung der Ziele der Agenda21, denn Konsum und Technologie sind neben dem Bevölkerungswachstum in erster Linie für die Umweltveränderungen verantwortlich. Die Agenda 21 zeigt auf, was getan werden muss, um in einigen Teilen der Welt von abfallintensiven und ineffizienten Konsummustern wegzukommen und gleichzeitig in anderen Teilen eine intensivere, aber nachhaltige Entwicklung zu fördern. Die Agenda 21 stellt für alle wichtigen Politikbereiche Handlungsempfehlungen für eine Nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development“) auf.

 Es geht dabei also nicht - wie häufig fälschlicherweise angenommen - nur um Fragen des Umweltschutzes. Es handelt sich vielmehr um eine ganzheitliche Betrachtung aller ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren, welche die aktuelle umwelt- und entwicklungspolitische Situation beeinflussen.

Die einzelnen Länder sind dazu aufgerufen nationale Aktionspläne zur Umsetzung der Agenda 21 zu erstellen und entsprechend an die Kommission für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen weiterzuleiten. Diese Kommission ist eigens zur Überwachung der Umsetzung der sowie zur Fortentwicklung der Agenda 21 eingesetzt worden.

Das Aktionsprogramm gilt sowohl für Industrie- wie für Entwicklungsländer. Es enthält wichtige Festlegungen, u. a. zur Armutsbekämpfung, Bevölkerungspolitik, zu Handel und Umwelt, zur Abfall-, Chemikalien-, Klima- und Energiepolitik, zur Landwirtschaftspolitik sowie zu finanzieller und technologischer Zusammenarbeit der Industrie- und Entwicklungsländer.

Was bedeutet die „Agenda 21“ eigentlich für uns? 

(Ortsgebundene –lokale- Aspekte)

Das Wort Agenda (lateinisch) bedeutet so viel wie "was zu tun ist".

Die Agenda 21 ist somit unsere Tagesordnung für das 21. Jahrhundert.

Kernpunkt der Agenda 21 ist die nachhaltige Entwicklung. Der Begriff Nachhaltigkeit ist aus der Forstwirtschaft entliehen und bedeutet dort, dass dem Wald langfristig nicht mehr Holz entnommen werden darf, wie nachwachsen kann. Der Gedanke der Nachhaltigkeit wird in der Agenda21 aber auf alle Lebensbereiche ausgedehnt. Ein anderer Leitsatz für Nachhaltigkeit wäre: "von den Zinsen leben - nicht vom Kapital".

Für uns bedeutet nachhaltiges Wirtschaften z.B. der schonende Umgang mit Energie, Vermeidung schädlicher Einflüsse auf das Klima, verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Mit-Gestaltung unserer Umwelt, Schaffung von ausreichenden Arbeitsplätzen und soziale Sicherheit.

Die Agenda 21 ist also ein dynamisches, langfristiges Handlungsprogramm, welches auch schon Kinder und Jugendliche verantwortlich und zukunftsorientiert mit in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbindet (Partizipation, lateinisch bedeutet so viel wie „Teilhabe“). 

Viele dieser Ziele können am direkten Lebensort der Menschen (auf lokaler Ebene) erreicht werden. Für die Menschen an ihrem Wohn- und Arbeitsort, also auch für unsere Schulgemeinschaft gilt also:

 

Global denken – aber lokal handeln!

(eine Materialsammlung der Klasse 10a der Erweiterten Realschule Theley anlässlich der Projektdurchführung „Wir pflanzen eine Wallhecke“ im Jahre 2003.)

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Klasse 10a:  Bedeutung und Ziele der AGENDA 21

Während der Vorbereitung und der Umsetzung des „Projektes Wallhecke“ durch die Klasse 10 a der Erweiterten Realschule Theley in den Jahren 2002 bis 2003 kristallisierten sich fo lgende Fragestellungen:

Was bedeutet eigentlich der Begriff AGENDA 21?

  • Welche Ziele verfolgt dieses Programm ?
  • Wie passt unser „Projekt Wallhecke“ in diese AGENDA 21?
  • Was erwarten wir als Schüler konkret von dieser Wallhecke?
  • Wie könnten wir den Sinn unseres Projektes in einem Satz formulieren?
  • Hier in aller Kürze die wichtigsten Antworten:

Die Agenda 21 ist ein Aktionsprogramm der Vereinten Nationen.

  • Die Agenda 21 verfolgt folgende Hauptziele:
    • Veränderung der Konsumgewohnheiten
    • Schutz der Erdatmosphäre
    • Bekämpfung der Entwaldung
    • Erhaltung der biologischen Vielfalt
    • Minderung des CO2 -Ausstoßes und des Treibhauseffektes
    • Sorge für die Zukunft der Jugendlichen und Gestaltung dieser Zukunft
  • Das Projekt Wallhecke innerhalb der Agenda 21 dient dazu natürliche Ressourcen so zu nutzen, dass wir von den Zinsen der Natur leben und ihr Kapital schonen. Dabei geht es auf der lokalen Ebene um unsere Schule und ihr Umfeld, auf der globalen Ebene um Natur- und Umweltschutz.
  • Die Wallhecke und ihre angrenzenden Bereiche bietet für alle Schülerinnen und Schülern unserer Schule
  • Spiel- und Ruhemöglichkeiten,
    • einen Lernort, z.B. für den Biologieunterricht,
    • Die Wallhecke schafft neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere,
    • Sie trägt zur Minderung des Treibhauseffektes bei, der unter anderem von dem Gas Kohlendioxid (CO2) verursacht wird, denn die grünen Pflanzen der Wallhecke verbrauchen CO2 und stellen daraus wieder lebensnotwendiges Sauerstoffgas her.
    • Nicht zuletzt verwirklicht sie einen Lärmschutz für die Nachbarn des Schulgeländes.
  • Kurz gesagt: Wir wollen mit unserem Projekt Wallhecke sowohl global denken als auch lokal handeln.
  • Projektverlauf:

1. Tag: Mittwoch, 11.Dez. 2002

  • Erstbegegnung mit dem Projekt Wallhecke,
  • Sammlung von Informationen zum Thema,
  • Internetrecherchen, Videorecherchen,
  • Ausarbeitung und Vorstellung von Plakaten
  • (die Arbeiten wurden am Do, 19. Dez. 2002 fortgesetzt und zum vorläufigen Abschluss gebracht).

2. Tag: Montag, 10. Nov. 2003

Einteilung der Schüler in folgende Arbeitsgruppen:

  • Dokumentationsgruppe
  • Pflanzgruppe 1 (westlicher Wall)
  • Pflanzgruppe 2 (östlicher Wall)
  • Pflanzgruppe 3 (östlicher Wall)
  • Pflanzgruppe 4 (westlicher Wall)
  • Gruppe Totholz
  • Gruppe Trockenmauer

Information über die Aufgaben der einzelnen Gruppen:

  • Aufarbeitung des bereits vorliegenden Materials;
  • Weitere Informationsbeschaffung aus dem Internet und aus Büchern;
  • Entwurf eines Pflanzplanes.
  • 3. Tag: Freitag, 14. Nov. 2003

Beschaffung verschiedener Pflanzen für die Wallhecke aus einem nahe gelegenen Wald. Revierförster Bernhard Paul führte die Schülerinnen und Schüler zu einem typischen

Heckenbiotop am Waldrand. Unter seiner Anleitung wurden die Pflanzen bestimmt, etikettiert und fachkundig entnommen. Anschließend transportierte Gemeindegärtner Peter Scholl die Pflanzen für die Wallhecke zur Schule. Die Arbeiten wurden von Schülern fotografiert.  

4. Tag: Samstag, 15. Nov. 2003

  • Anpflanzung der Wallhecke durch die verschiedenen Pflanzgruppen.
  • Überarbeitung des Pflanzplanes vor Ort.
  • Aufbau der Trockenmauer mit vorhandenen Natursteinen aus Abbruchmauerwerk. Die Schüler wurden hierbei vom ehemaligen Schulleiter Herrn Gebel unterstützt.
  • Alle Arbeiten wurden dokumentiert.
  • 5.Tag: Samstag, 22. Nov. 2003
  • Vervollständigung der Pflanzungen durch weitere hinzu gekaufte oder gestiftete Pflanzen (Bäume, Sträucher und Stauden).
  • Einbringen von Totholz (Reisig und Baumstämme; diese dienen als Nist-, Nahrungsmöglichkeit und neuer Lebensraum sowie als Erosionsschutz für die Böschungen). Im Laufe der nächsten Monate soll noch weiteres Totholz aus Schnittmaßnahmen der Gemeinde Tholey angeliefert werden.
  • Einbau von Sitzkrücken (Ansitzmöglichkeiten für z.B. Greifvögel)
  • Fertigstellung der Dokumentation.
  • Präsentation der Ergebnisse.
  • ____________________________________________________________________________________

Leitgedanken zum Projekt „Lärmschutzwall als Biotop am Basketballplatz/Busbahnhof - Wallhecke“

Nachhaltigkeit:

Materielle Nachhaltigkeit:

  • - möglichst heimische Ressourcen kennen lernen, ihre Verwendung begründen und anwenden,
  • Pädagogische Nachhaltigkeit:
  • - Zukunftsfähigkeit: Zu Lernendes und Gelerntes unter dem Aspekt der späteren Verwendungsmöglichkeit betrachten und auswählen;
  • - sprachliche Umsetzung bzw. Verschriftlichung der Inhalte und Ergebnisse von Teilprojekten durch Schüler; 
  • - gegebenenfalls eigene Unterrichtsmaterialien (Beschriftungstafeln) herstellen.
  • pädagogische Ziele:
  • Was wollen wir?
  • Was haben wir daran gelernt?
  • Welche neuen Zielpunkte ergeben sich durch die Realisierung eines Teilprojektes?
  • Welche Verantwortlichkeiten werden entstehen bzw. sind neu entstanden?
  • Hat sich der Aufwand an Kosten und Zeit gelohnt?
  • Was könnten wir besser machen?
  • Wo gibt es lokale und globale Berührungspunkte?
  • Was könnten andere daraus lernen?
  • Didaktische Umsetzung des AGENDA21-Gedankens:
  • Allen Beteiligten soll das Bewusstsein geschärft werden, dass schon jetzt die Weltbevölkerung zu etwa einem Drittel aus Kindern und Jugendlichen besteht, für die es gilt, deren Zukunft lebensfähig zu gestalten.

Die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse müssen erkannt werden, um daraus menschen- und umweltgerechte Visionen, Leitgedanken, Konzepte und Aktionen zu entwickeln:

  • Lokale Ebene:  unsere Schule und ihr Umfeld
  • Globale Ebene:  Umweltzerstörung und Umweltschutz
  • Projektinhalte:
  • 1. Materielle Zielsetzung:
  • Aufbau eines Heckenbiotops als nordöstliche Abschirmung des vorhandenen Mehrzweckplatzes
  • - Schaffung eines deutlich erfahrbaren Freiluftraumes mit Gestaltung der Dritten Dimension.
  • - Der bepflanzte Erdwall dient zugleich als Lärmschutz für die benachbarten Anlieger.
  • - Er bietet durch eine naturnahe Bepflanzung neuen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
  • - Informationstafeln sollen der Erweiterung der Artenkenntnisse dienen.
  • - An den Rand des Walls sollen Sitzmöglichkeiten (für Pausen und für Wartezeiten auf Schulbusse) sowie Sportmöglichkeiten  integriert werden
  • Pädagogische Zielsetzung:
  • - Planung, Bepflanzung und erste Pflegemaßnahmen sollen im wesentlichen durch Schüler erfolgen, wobei eine Unterstützung durch außerschulische Experten (z. B. Forstamt, Bauamt, Gärtnereien, Elternschaft, Nachbarn . . .) angestrebt wird.
  • - Erstellung von Pflanzplänen (nach entsprechenden Vorlagen) durch die Schüler unter Berücksichtigung bereits in der Nachbarschaft vorhandener  bzw. fehlender einheimischer Arten (Vernetzung).
  • - Integration von Sitzkrücken, Nistgelegenheiten für Vögel, Igel, Insekten, Steinhaufen und Totholz als weitere Biotope.
  • - Mithilfe der Schüler bei der Beschaffung von Pflanzmaterial (über Forstamt, eigene Grundstücke, Gärtnereien, sonstige Sponsoren).
  • - Mithilfe der Schüler bei Saat- und Pflanzaktionen sowie bei Pflegemaßnahmen (Rückschnitt, Jätarbeiten) während der ersten Jahre.
  • - Dokumentation der Entwicklung der Biotope über mehrere Jahre;
  • - Mithilfe der Schüler bei Planung, Gestaltung, Herstellung und Anbringung von Info-Tafeln.